• Aktualiesierung: 27-11-2018

Nach Abschluss des Polenfeldzuges wurde ein Teil des Territoriums des besigten Polens, insbesondere dessen westliche und nördliche Gebiete in das Reich eingegliedert (eingegliederte Ostgebiete). Am 26. Oktober 1939 wurden neue Einheiten der Staats- (Zivill-), Militär- und Polizeiverwaltung gebildet. Pomerellen und Kujawien (zusammen mit dem Gebiet der ehemaligen Freie Stadt Danzig und einem Teil von Ostpreußen) wurden Bestandteil des neuen Wehrkreises XX (Danzig), und Großpolen und Lodz-Gebiet Bestandteil des neuen Wehrkreises XXI (Posen). Die übrigen Gebiete, d.h. Ost-Oberschlesien und auch Zichenau-Gebiet und Sudauen-Gebiet wurden in die schon bestehenden Einheiten der Militärverwaltung - entsprechend Wehrkreis VIII (Breslau) und Wehrkreis I (Königsberg) - aufgenommen. Dazu kam noch im Jahre 1941 Bezirk Bialystok.

Auf den in das Reich eingegliederten polnischen Gebieten begann seit Herbst 1939 die Bildung neuer Strukturen (zum Teil in Anlehnung an die schon bestehenden Strukturen aus der Zeit des Polenfeldzuges) des Lagersystems - neue Lager, Kriegsgefangenenkommandos und Wachdiensteinheiten. Diese Prozess wurde bis Ende 1941 grundsätzlich gestaltet.

Die Kriegsgefangenen wurden zu einem wichtigen Vorrat an billigen Arbeitskräften, die die Kriegswirtschaft des Reiches benötigte. Auf den in das Reich eingegliederten Ostgebieten gab es polnischen Kriegsgefangene (bis zum Frühjahr 1940), die dann durch Gefangene aus Großbritannien und dem britischen Commonwealth, durch französische Kriegsgefangene (dabei aus Elsass, Lotharingen und auch Nordafrika), und anschließend durch belgische (Wallonen und Flamen) und norwegische Kriegsgefangene ersetzt wurden. Ein Jahr später erschienen auch Kriegsgefangene aus Jugoslawien, vorwiegend Serben. Dazu kamen auch später erste (einzelne) Amerikaner.

Aber erst die Ankunft von vieltausenköpfigen Transporten der sowjetischen Kriegsgefangene (insbesondere im Sommer und Herbst 1941) und der sog. "internierten italienischen Soldaten" (September und Oktober 1943) gehörten zu den wichtigsten Ereignissen. Eine gesonderte Kategorie bildeten die internierten Matrosen von Kriegs- und Handelsflotten (Sowjets, Franzosen, Finnen), oder die slowakischen Aufständischen (1944). Ein Teil von ihnen gelangte, gegen das Kriegsrecht, nicht in die Kriegsgefangenenlager sondern in die Konzentrationslager.

Die Struktur und Anzahl der Kriegsgefangenen veränderte sich in der zweiten Hälfte 1944 wesentlich, was u.a. mit der Evakuierung der Kriegsgefangenenlager aus den Gebieten in Osten (Reichskommissariate Ostland und Ukraine, teilweise auch aus Generalgouvernement) verbunden war.

Die realisierten Forschungen bezwecken die Veröffentlichung in der Zukunft einer möglichst kompletten Monographie über Kriegsgefangene in der deutschen Gefangenschaft, die auf den in das Reich eingegliederten polnischen Gebieten in den Jahren 1939-1945 zurückgehalten wurden.

Erforschte Problematik:

  • Entstehung, Entwicklung und Wirkung des deutschen Verwaltungssystems von Kriegsgefangeneneinrichtungen
  • Mannschaftsstammlager (Stalag), Offizierslager (Oflag) und andere:

Stalags:  XX A Thorn, XX B Marienburg, XX B/Z Danzig-Bischofsberg, XX B/Z Danzig-Oliva, XX C (312) Thorn-Süd, XXI A Schildberg, XXI B Schubin (Altburgund), XXI B Thure, XXI B1 Schokken, XXI B2 Schubin, XXI C Wollstein, XXI D Posen, XXI E Grätz, 301 Schieratz, VIII D Teschen, I F Sudauen

Oflags: Thorn (a part of Stalag XX A Thorn), XXI A Schokken, XXI B Schubin (Altburgund), XXI C Schildberg, XXI C Schokken, 10 Hohensalza-Montwy, 64 Altburgund,
68 Sudauen

Dulags: 202 Deutsch-Neuwelt, 240 Litzmannstadt

Ilags: 21 Chludow

Heilags: XXI Schildberg

Stalags Luft: 2 Litzmannstadt, Sonderlager Ost Sudauen

Marlags (including Marlags-Dulags): Gotenhafen

Einrichtungen für die Kriegsgefangenenstrafvollzug: Wehrmachtgefängnis Graudenz 

 

  • Anzahl, Verteilung, Nationalitäten der Kriegsgefangenen
  • Zwangsarbeit der Kriegsgefangenen
  • Aufsichtssystem, Pläne der Kriegsgefangeneneinrichtungen, Wachdiensteinheiten
  • Fluchten und Widerstandsbewegung der Kriegsgefangenen, Beziehungen zwischen der Zivilbevölkerung und den Kriegsgefangenen
  • Gesundheitswesen, sanitäre Bedingungen, Sterblichkeitsgrad, Kriegsgefangenenfriedhöfe
  • kulturelle, sportlihe, wissenschaftliche, religiöse, Verlags- und Bildungstätigkeit der Kriegsgefangenen
  • Verbrechen an Kriegsgefangenen (dabei auch Gerichtsverbrechen)
  • Evakuierung der Lager am Anfang 1945

Äußerst wertvoll für die Erkennung der oben erwähnten Probleme sind u.a. veröffentlichte, sowie in Privatsammlungen aufbewahrte Berichte, Erinnerungen und Unterlagen der ehemaligen Kriegsgefangenen. Sollten Sie im Besitz solcher Dokumente sein, wäre ich Ihnen für die Kontaktaufnahme mit mir sehr dankbar sein. Meinerseits bin ich bereit - nach meinen eigenen Möglichkeiten - Ihnen zu helfen, die Antworten für die Sie bewegenden Fragen zu gewinnen, z.B. die Anordnung eines gegebenen Kriegsgefangenenlager oder die Annäherung dessen Geschichte betreffen usw.